SSRC, eine Bahn im Maßstab 1:13

Einleitung

Wer gerne mit dem Hobby experimentiert und neue Wege einschlägt, entdeckt mitunter auch an sich selbst ganz neue Seiten. Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, nach Jahren der 1:22,5/ 1:20 Bastelei und anderen dehnfähigen Maßstabsbegriffen, einmal dem englischen Trend, sagen wir lieber, der dort sehr etablierten Baugröße nachzuhängen.

Ein Figurenset aus einem Spielzeugmarkt lies mich näher an die Regale treten und der Funke des endgültigen Entschlußes sprang über. Die neue Außenanlage sollte eine 2 Fuß Bahn, hier in Deutschland wäre das eher die 600 mm Spurbreite, sein.  Im Maßstab 1:13, in dem die Figuren ungefähr 16 cm groß sein sollten, läge also mein zukünftiges Interessengebiet.

Nach Jahren der am Boden Rumkriecherei, sollte die neue Gartenbahn etwas hochgelegt sein damit man näher am Geschehen ist und beim Hantieren leichteren Zugriff bekommt.


Das Thema der Freilandanlage ist schnell erklärt:

Als Stonehenge in der Jungsteinzeit im Süden des heutigen England gebaut wurde, besaß man schon eine Feldbahn um die Steine ( Dolmen) an Ort und Stelle zu bewegen.

Stonehenge bedeutet übrigens hängende Steine. Die stehenden und liegenden Megalithe werden in Positionssteine, Tragsteine, Opfersteine oder auch Fersensteine unterteilt. Umfangreiches Wissen ist auch über das Internet zu finden. Was man nicht findet, sind die nachfolgenden Inhalte der Seiten dieses Buches der Kreativmeile. Das Pentagon und Herr Däniken wären überrascht, ob der Erkenntnisse die ich zusammengetragen habe.

Würde man in Stonehenge nur richtig suchen, entdeckte man bestimmt noch ein paar versteinerte Schwellen im Boden....

 

Was bedeutet nun SSRC ?  Ganz einfach:         

                     Stonehenge Stone Produktion          

                   Railway Company


Eine Gesellschaft zur Herstellung von Steinen mit unterstützender Feldbahn. Erschaffen, damit Stonehenge erschaffen werden kann. So einfach ist das manchmal.

Am ehemaligen Platz meiner 18x2 m großen ehemaligen Gartenbahn wurde ein Areal erschaffen, an dessen Platz einmal die SSRC auferstehen wird. Große Findlinge, teils mit Einzelgewicht bis zu 80 Kilogramm, umrahmen das hochgebaute Anlagenlayout. Auf diesem ''Podest'' wird dann die Bahn fahren und größtenteils mit Natursteinen ( verständlicherweise ) dekoriert werden.

sw

Der Gleisplan dieser Anlage soll einfachster Form sein. Da ich noch eine Innenanlage betreibe und noch allerlei Bauprojekte vorhabe, soll die Pflege und Instandhaltung der SSRC nicht an vorderster Front stehen. Nicht das ich sie vernachlässigen will, aber Bewuchs ist z.B. nicht eingeplant , dito umfangreiche, pflegebedürftige Gleisanlagen.

Der nachfolgende Gleisplan zeigt die profane ''8'' als Grundidee. Nicht anspruchsvoll, aber mit den gezeigten Weichen doch ein umfangreiches Angebot an Rangiermöglichkeiten.

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Der Gleisabschnitt mit den durch Pfeile gekennzeichneten Fahrmöglichkeiten ist der Teil in dem sich eine Kehrschleife mit ihrem Schaltungsproblem versteckt. Links ist ein Fahren in beiden Richtungen möglich ( <----> ) und rechts (  I---> ) geht es nur noch in eine Richtung nämlich zum Zugschuppen/Trainshed. Das klingt betriebshemmend ist es aber nicht.

Jetzt die Abschaltmöglichkeiten der Anlage. Man erkennt somit das ich erzkonservativer Analogfahrer bin und halte damit letztendlich auch die Baukosten für die Fahrzeuge geringer.

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Die kleine Anlage wird durch den Einsatz eines Schienstromversorgten und eines kombinierten Schienstrom/Akku betriebenen Fahrzeuges und durch die abschaltbaren Abschnitte im Betriebsaufwand an eine Anlage mittleren Ausmaßes heranreichen. Die Fahrten aus dem Zugschuppen heraus werden immer über die zwei folgenden Weichen nach rechts ''rüber'' führen. Ausnahmen in dieser Betriebsweise bildet natürlich das kombinierte Railcar, was im Fernsteuerbetrieb mit Akku natürlich unabhängig von der Schaltung der Gleisanlage ist. Rückfallweichen sollen mir den Verdrahtungsaufwand weiter minimieren. Wo ich bei meiner alten Freilandbahn exorbitant technische Mittel einsetzte um den Ablauf zu ''automatisieren'', will ich hier das Gegenteil erreichen.

Minimierung mit dem Ziel sich auf das Wesentliche zu beschränken....


Vor einiger Zeit hatte ich nun ein Actionfigurenset erworben, welches ich nicht unbedingt als Spielzeug einordnen würde. Eher als ADHS Pausenfüller. Das muß aber jeder selber wissen was er seinen Kindern antut. Ich tat mir also die Figuren an und war überrascht für sowenig Geld gleich 4 Stück zu bekommen. Vielleicht war der Sonderangebotspreis von 20 Euro auch wieder nur ein Nachweis für die Nachfrage und den Stellenwert diese Spielzeuges für europäische Kids.

gt

Meine Entscheidung war also parallel zu den Figuren, auch in Hinsicht auf den zukünftigen Maßstab der SSRC gekommen. Das Hobby entwickelt sich eben manchmal über seltsame Wege. Zu Hause angekommen wurde natürlich der Inhalt der Packung entrissen und herumspekuliert. Wie bekleidet man die maslulinen Herrschaften ? Welche Funktionen sollen sie ausführen oder zu welchem Zweck aufgestellt werden ? Ich disponierte nach Rangfolge. Der Lokführer war schnell gewählt aber zuerst mal einige Größenvergleiche, denn hierzulande ist dieser Baumaßstab, wie schon geschrieben, noch nicht so populär.

Die Größe der Figuren sollte also ca 6 inches/16 cm betragen, wobei man da nicht zu pingelig sein sollte. Menschen in 1:1 unterscheiden sich ja auch in ihrem Habitus.

gzh

kio

Mit einer landläufig bekannten Lokomotive ergibt sich dann folgendes Bild:

lok

Nachdem das Führerhaus der B gekuppelten Lok entfernt war, sah ich was auf mich zukam:

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Die Proportionen waren doch im Vergleich zu vorhergegangenen Bauausführungen etwas anders. Aber zugleich verlockend. Modellbauer denen ich die ersten Baufortschritte gezeigt habe gaben mir Recht.  Diese Baugröße hat durchaus ihren Reiz.

Hier als nächstens die Figurine auf die meine Wahl gefallen war in Hinsicht auf ihre Verwendung. Der Engineer/Lokführer. Ich mußte mich schon etwas festlegen, weil der bewegliche Status der Gliedmaßen der Wrestlingmachos aufgehoben werden würde. Letzten Endes soll jeder SSRC Mitarbeiter an etwas arbeiten oder zumindest eine Handlung anzeigen.

Der Lokführer soll natürlich eine sitzende Position einnehmen und somit wurde ihm mit dem Dremel etwas Bewegungsfreiheit im Hüftbereich verschafft.

Hier nun der drollige Grimassenzieher:

kzt

Nun fielen natürlich viele Bauphasen an unterschiedlichen Objekten zugleich an. Mein Ehrgeiz und die Sucht nach mehr Equipement war geweckt. Mir fiel ein Holzfäßchen enormer Größe in die Hände, der Auslöser für den Bau eines obligatorischen Wasserwagen's ( Stonehenge lag damals noch in einer subtropischen Vegetationszone, also war Wasser knapp....), die erste (?) Maschine der SSRC wollte angegangen werden und die Figuren mußten Schritt für Schritt  vervollständigt werden.

Um mit der ''neuen'' Baugröße besser zurecht zu kommen ( man merkt schnell das man bei Details immer wieder in kleinere Baugrößen zurückfällt) spritzlackierte ich z.B. die Lokomotive immer grau zwischen den Baufortschritten. Diese neutrale Lackierung ebnet das Bild für mein Auge und neutralisiert für die nächsten zu schaffenden Einzelteile.

Die nächsten 2 Fotos der SSRC Lok setze ich gleich hintereinander, um für den Leser den Unterschied sofort ins Bild zu setzen:

gfr

esd

Betrachter werden sofort sehen was ich oben mit dem Neutralisieren meinte. Die erste Variante des original, kurzen Schlotes erscheint für die Baugröße ( ein Danebenstellen von Figuren hilft immer wieder auf den richtigen Weg...) zu gedrungen. Beim zweiten und weiteren Bildern der Maschine, wird man die frappierende Wirkung eines hohen Rauchkammerabzuges sehen.

Dieselbe Erkenntnis beim Einstieg in diese Baugröße bekommt man beim Anfertigen eines neuen Führerhauses. Hier muß man sehen, zwischen den Figuren und dem vorhandenen Rollmaterial zu ''vermitteln''. Etwas Augenmaß und Hineindenken in die Sache verhindert abstruse Konstruktionen. Auftritte und Leitern müssen eben da sein wo das Personal die Füße hinstellt und alles muß auch greifbar und erreichbar sein. Ein negatives, häufiges Beispiel sind bei manchen amerikanischen Waldbahnlokomotivmodellen, die zumeist an unmögliche Stellen gehängten Ketten. Bedenkt man einmal welch Gewicht großformatige Ketten haben, kommt die Frage auf, wer solch Gewichte aufs Führerhausdach gelegt oder um den Kamin der L

ok gewickelt haben soll....

Gut. Ich begann also mit dem Stellen der ersten Rahmenstützen der Engineerkabine. Die Grundfläche des Führerhausbodens hatte ich vorher vergrößert und an den Eckpunkten wurden Bohrungen angebracht, um diese Maschine auch einmal am Führerhaus greifen zu können. Wer hat schon gerne das Gehäuse in der Hand.

lok

Immer wieder mußte dabei die Sitzhöhe der Figur und der ''Greifradius'' beachtet werden. Selbst einfache Lokkonstruktionen wurden ja von den Entwicklern irgendwie durchdacht und logisch verwirklicht. Auf einer der nächsten Seiten iwrd in Zeitraffer der bau dieser kleinen Lokomotive erleäutert.

Logisch erschien mir, wie schon weiter oben beschrieben, der Bau eines Wasserwagens. Erste Zusammenstellungen von Rollmaterial gaben zwischendurch immer mal wieder eine Vorausschau, wie ganze Zugkompositionen wirken würden.

sed

Das Faß auf dem Wagen schob ich auf dem Wagenrahmen hin und her.Wo müßte es bei der enormen Wassermenge, unter Beachtung der Statik und Belastbarkeit des Wagens stehen/liegen ? Wie müßte die Befestigung aussehen ?Sollen Armaturen an das Faß und von wo aus sollen sie bedient werden ?

hnf

Die Auflagerung auf dem Wagenrahmen sollte einigermaßen authentisch und andererseits etwas rustikal wirken. Die nächsten 2 Bilder zeigen den Wasserwagen im fortgeschrittenem Zustand. Der eine bärenstarke Mitarbeiter wurde des Unterleibes beraubt und für Inspektionsgänge angepaßt.

Die kreuzweise Befestigung des Ladegutes wurde nach Stonehenge,von späteren Bahnen einfach übernommen..........

gtfr

nbv

Ein funktionsfähiges Sahnehäubchen des ersten Wagens der SSRC ist die fernbedienbare Klappe der Wassereinlauföffnung. Ein aus Messing gebogener Bügel, ein altes Zahnrad aus einer Uhr und eine Kette bildeten den Grundstock für diese kleine Bastelei.

gfr

Somit ist schon mal nachvollziehbar wie man die Klappe aufreissen sollte...

Mit etwas Pulverpigmenten und Rostfarbe kann man dann die Sache etwas verlottert darstellen.

defg

Schlendern wir mal wieder ins Reich der Firgurengestalter. Die Frage die sich mir aufwarf war, wie kann ich unkompliziert die Schnürstiefel und Gelenke der Wrestler ''verkleiden'' und Kleidung nachbilden ?

An alten Kunststoffteilen erprobte ich die Verwendung eines Montageklebers aus der Kartusche. Jeder kennt die Auspresspistolen dazu und mir fiel ein wasserlöslicher Kartuschenkleber in die Hände. Die wasserlösliche Konsistenz ( jedenfalls bis zur Aushärtung ), schafft die Möglichkeit mit einem angefeuchteten Pinsel während der Spachteleien nachzuarbeiten. Lösemittelhaltige Montagekleber neigen zum Schmieren wenn man sie beim Aushärteprozess ''stört''. Die Kartusche wurde in die etwas geöffneten Backen eines Schraubstockes gelegt um eine sichere Auflage beim Pressen und Auftragen auf die Figuren zu haben.

Partien die nicht benetzt werden sollten, wurden einfach mit Malerkrepp abgeklebt. Beim Abziehen des Bandes hat man dann schön wulstige Ränder ( Hosenbund !) an den Übergängen die man egalisieren oder lassen kann.  Aufgesetzte Taschen und Details werde ich mit demselben Kleber modellieren.

gtfr

esw

Zur Zeit sind sie in der Farbenabteilung. Da gibt es einiges zu tun, denn nur Farbe auftünchen gibt kein nachvollziehbares Erscheinungsbild. Die Hose des Lokführers wurde also nach dem Lackieren mit matter Farbe fast endgetrocknet und kurz vor Schluß, Kalk aus dem Baumarktsack darüber geschüttet. Das saugt Farbe auf, stumpft ab und verwittert die Arbeitshose gleichzeitig.

dfg

Der andere ''Typ'' sollte etwas ''urwüchsiges'' bekommen. Naturell und folkloristisch angehaucht. Er bekam ein Stück eines Scheuerlappens. Loch für das Köpfchen hinein und mit Faden zugebunden. Wie eine Roullade.Dann mit altem, schon benutztem ( aus dem Pinselauswaschbehälter)  Farbenverdünner das Gewand eingespritzt und es ist Jahre älter.

öäü

Ob das die endgültige Version der Arbeitsschutzbekleidung meiner Stonehenge Mitarbeiter bleibt werden wir sehen. Alles ist ja der ständigen Veränderung unterworfen. Auf den nächsten Seiten dieses Buches werden wir sehen, welch Werdegänge die Evolution für meine SSRC Mitarbeiter bereithält.

An der ersten Lokomotive der SSRC wurde so nebenbei auch weiter getüftelt. Über dem Gebälk des Führerstandes sollte ein marodes Bretterdach dem Regen mehr oder minder Einhalt gebieten. Eher minder. Gehen wir der Reihe nach:

mklö

Die rohe Balkenkonstruktion war ja schon weiter oben gezeigt. Im Bau weitergehend wurde die Sache mit Brettern belegt. Leider fiel nach kurzer Betriebszeit der Maschine ein Mini Megalith vom Berg und setzte dem Dach ordentlich zu:

gfr

Solch ''Betriebsunfälle'' gehören meines Erachtens einfach zu dem Äußeren einer arg geplagten Feldbahnlok.

Übrigens wird der Maßstab 1:3 in verschiedenen Versionen verwendet. In 1:13 wird nach NMRA Norm

in M: Spurweite Modell:106 mm: Normalspur

in Mn2: Spurweite Modell 45 mm: Schmalspur:610 mm also 2 Fuß Bahnen,

und ohne NMRA Vorgabe im Maßstab 1:13,7:

 in 7/8'': Spurweite Modell: 45 mm: Industrie und Feldbahnen unterteilt.

Das Rollmaterial der SSRC läßt sich also ohne weiteres eingliedern und glaubhaft darstellen. Dargestellt hatte ich weiter oben schon die Lok auf einem Tortendrehteller, der ein Fotografieren von allen Seiten in allen Ansichten möglich macht. Hier die Maschine von nah, hinten und links:

sdre

fgtr

mkl

Noch ist sie ohne Betriebsstoffe, also Brennstoffvorräte. Es sollte keine holzgefeuerte oder kohlebetriebene Maschine werden. Bevor also der Oil Tank alles verdeckt, nochmal die Verbretterung der Rückseite des Führerstandes.

dbji

Als kleine Zwischenetappe hatte ich mal zusammengestellt was zusammengehört. Der mit dem Mantel stößt mit dem grimmigen Engineer auf gute Zusammenarbeit an. Rechts erkennt man die alte Blechbüchse vom Trödelmarkt, die mit 2 Gardinenstangenhalterungen aus Messingblech hinten befestigt wurde. Hier werden noch verdrillte Drähte oder so andere provisorische Dinge für perfekte Halterung sorgen....so wie an vielen anderen Dingen noch weitergearbeitet werden muß.

klju

Am unten erkennbaren Loch im Öltank wird die Versorgungsleitung zum Brennraum der Lokomotive beginnen.

kolu

Die Frontlaterne der Lokomotive erscheint noch zu uniform als Industrieprodukt. Da muß etwas größeres her mit Dominanz an der Front. Die Sitzbank des Lokführers muß auch schnell her sonst wird der mir noch grimmiger.....

 

Ende der Einleitung zum Buch: SSRC eine Bahn im Maßstab 1:13.  Blättern sie bitte weiter virtuell auf den nächsten Seiten und bleiben sie am Ball für Fortsetzungen...