Größenwahn, oder was passiert, wenn einen 2 Fuß Schiefereisenbahnen interessieren, zwar der Maßstab aber die Spurweite nicht mitwächst.

Am Anfang stand eine Bildersuche bei Google. Diese lieferte unter anderem folgende Website mit einem interessanten Artikel über die Britannia Foundry, Porthmadoc:

http://www.irsociety.co.uk/Archives/49/Britannia.htm

 

Das alles wäre nicht weiter schlimm gewesen, wenn nicht mein Hang zu den kleinen Bähnchen in Wales gäbe. Zusätzlich machte sich mein Engagement in der 7/8ths / 1:12 Szene negativ bemerkbar. Schieferwägelchen gibt es für 32 mm Spurweite in 1:19 zu Hauf (Binnie, Coopercraft, Slaters) in 7/8th bzw. 1:12 sieht die Sache aber schon etwas dürftiger aus, da ist Selbstbau angesagt.

 

Nun aber zurück zu nämlichem Artikel. Dieser befaßt sich nicht nur mit der Britannia Foundry sonder auch mit den produzierten Waggons. Und eben dieser Schieferwagen hatte es mir angetan. Aus dem Text waren einige Maße zu der abgebildeten Zeichnung zu entnehmen flugs die Zeichnung skalliert und schon ergab sich ein Eindruck des späteren Modells.

 

Erfreut stellte ich fest, daß Peter Coulter (†) zu Lebzeiten etliche Teile in Messinguß hergestellt hat, die nach wie vor über sein Witwe (Glynis) erhältlich sind. In einem Anflug von "Leistungsinsufizienz" im Büro war schnell die Zeichnung für den Läser erstellt, Michael mit meiner Sonderlocke zu nerven war der nächste Schritt.

 

Parallel wurden die erforderlichen Gußteile (Achslager, Kupplungen, Bobbins (das sind die Abstandhalter für die Leisten)) sowie entsprechende Räder (Sierra Valley Enterprises) bestellt.

 

Das Konzept der Läserteile basiert auf dem einfachen Auffädeln der entsprechenden Schichten auf 2 mm Rundstahl, für die Seitenteile dann mit den entsprechenden Abstandhaltern. Damit läßt sich der Wagen ohne Überarbeitung für alle möglichen und unmöglichen Maßstabe skalieren (Gn15er aufgepaßt!!!).

Im Rohbau sieht das ganze dann so aus:

Damit die Seiten nicht die schönen Sperrholzschichten zeigen, habe ich dort Funier aufgeklebt.

Die bis jetzt zwei fertigen Wagen habe ich in unterschiedlichen Erhaltungszuständen dargestellt.

Wagen 1 ist zwar schon einige Zeit im Einsatz gewesen hat aber vor nicht allzu langer Zeit Farbe (Accuflex GM&O Red) und Pinsel gesehen:

Hier sieht man ihn noch mit Binnie GVT Radsätzen (zu klein)

Und jetzt mit Sierra Valley Radsätzen:

Wagen 2 stellt ein schon recht stark mitgenommenes Exemplar dar, die Seitenteile sind leicht windschief und von Farbe ist keine Spur mehr zu entdecken...

Alle Messingteile hier wurden brüniert, die Pufferflächen an den Enden bestehen bei beiden Wagen aus MS-Blech und wurden mit 0,8 mm Messingnägeln befestigt.

 

Kommen wir nun nocheinmal zum Erscheinungsbild der beiden Wagen.

Die Modelle sind im Maßstab 1:12 erstellt laufen im Moment aber auf 32 mm Spur (es liegt halt nix anderes im Garten).  Das Vorbild, oder viel mehr die Zeichnung in dem oben erwähnten Artikel geben eine Spurweite von 2' 3" an, ob der Wagen tatsächlich gebaut wurde ist nicht sicher. Das wären 57,15 mm Spurweite. Darüberhinaus ist der Wagen verglichen mit den noch bekannten Schieferwägelcher relativ groß.

 

Insgesamt sieht das latürnich ziemlich bescheuert aus, aber was solls.