Kastendampfloks

Was ist ein Kastenlokker? na - einer, der Kästen herbeilokkt, genauer gesagt kastenförmige Loks - z.B. aus den Tiefen des Vergessens (wenn es um Vorbilder geht). - Und was ist eine Kastenlok? na eben - ein Kasten, der andere Kästen hinter sich her-lokkt ... Deshalb heißen überhaupt die Loks ja Loks - na einfach, weil sie ihre Wagen immerfort hinter sich her-lokken. Und das sollte doch besser mit zwei kk geschrieben werden - ist schließlich harte Arbeit, oder? Besonders für eine kleine Kastenlokk, die sich im Vergleich zu den anderen, großen, immer leicht überanstrengt mit dem Lokken. Die sollte also schon deshalb mit zwei kk geschrieben werden, damit diese Anstrengung auch honoriert wird (und wenn auch nur mit Lettern)! - Soviel vorweg zur Begriffsklärung. Das Foto zeigt deutlich, was gemeint ist:

Und wie ich selber zu den Kastenlokks hingelokkt wurde? Nun, irgendwann bin ich im schönen Oberbayern auf das alt-ehrwürdige gemütlich rukkelnde Chiemseebähnchen mit seiner Kastenlokk gestoßen - das war Liebe auf den ersten Blick. Als ich mir dann noch meiner Wurzeln bewußt wurde: Sauerland, ganz in der Nähe die Plettenberger Kleinbahn mit ihren kräftigen (s.o.!) Kastenlokks (die zwar schon fast wieder gestorben war, als ich ins Leben trat) - da begann allmählich das Nachforschen. Einfach spannend!

Es gibt noch welche von dieser Spezies! Und sogar auch noch lebendige Exemplare!! Nicht mehr sehr viele, aber immerhin! Einige Schätze habe ich dem großen Netz entlokken können - die meisten davon leider noch gar nicht mal selber vor Ort real in Augenschein nehmen können (- aber das kann ja peu à peu folgen). Es ist spannend, die große ursprüngliche Erscheinungsvielfalt dieser reizenden Lok(k)s und Lök(k)chen anzuschauen, die selbst aus den spärlich erhaltenen Exemplaren und wenigen überkommenen Bildzeugnissen noch deutlich hervortritt.

Und solchermaßen inspiriert, konnte es zumindest bei mir gar nicht ausbleiben, ein paar solcher schönen kleinen Lökkchen auch selber nachbauen zu wollen - die Sache war einfach zu verlokkend. Aber bitte, welches genaue Vorbild auswählen als Vorlage? Das blieb bei all den Verlokkungen ein echtes Entscheidungsproblem. Lösung (- oder Ausrede?): >>> freelance !! Das war auch für´s erste der einfachere, gut gangbare Weg (neudeutsch: low tech+low cost - but big fun!). Und so sind mit einfachen Mitteln ohne komplizierte Werkzeuge und Werkstoffe im Maßstab 1:22,5 ein paar erste einfache Modelle als Umbauprojekte entstanden (zunächst auf der Basis von preisgünstigen Industriemodellen), die vielleicht auch andere zu eigenen Versuchen anregen.

Noch eine letzte klärende Vorbemerkung: Im folgenden Teil zu den Vorbildern heißen sie dann richtig "Kastendampfloks" oder "Tramwayloks". Denn unter der Bezeichnung "Kastenlok" oder "Kasten-Lokomotive" könnten heute sämtliche moderne Diesel- und Elektroloks mit geschlossenem Kastenaufbau rangieren (tun sie auch in den Suchmaschinen). Also eine 110 oder 111 der DB wäre demnach auch eine Kastenlok, auch eine Taurus mit ihren fließend gerundeten Kanten und Ecken. Das nur zur weiteren Begriffsklärung.