Die Vorbilder

Man wird dem Maßstab Gn15 sicher nicht gerecht, wenn man die möglichen Vorbilder auf die legendäre Bahn von Sir Arthur Heywood als reine Vergüngungsbahn oder auf die zum Teil noch im Betrieb befindliche Parkeisenbahnen, wie z.B. auf dem Stuttgarter Killesberg, beschränkt.

Gab es doch genügend reale Eisenbahnen, welche in dieser oder ähnlicher Spurweite betrieben wurden. Heywood baute seine Bahnen weniger zum Spaß, sondern als Beispiel welche Transportleistungen auf dieser Spurweite mit Lokomotivbetrieb möglich sind.

Güterverkehr auf der Ravenglass

Die Ravenglass and Eskdale Light Railway transportierte bis 1951 Granit in Ganzzügen auf 15 Inch.
Bildquelle: Plateway Press "Sir Arthur Heywood and the fifteen Inch Gauege Railway"

In Frankreich entwickelte Paul Decauville etwa zurselben Zeit seine ersten vorgefertigten Gleisjoche in 400 mm Spurweite. Bei etwas großzügiger Betrachtung aus Modellbahnersicht kann man beide Spurweiten, die 15 Inch von Heywood und die 400 mm von Decauville getrost als gleich betrachen. Beide haben für Ihre Vorhaben auf bewährte Spurweiten zurückgegriffen, diese also nicht neu definiert. Decauville beschränkte sich bei den 400 mm allerdings auf Handverschub bzw. Zugtiere. Erst ab 500 mm, ganz erfolgreich dann ab 600 mm führte er Lokomotivtraktion ein.

 

Kalköfen und Ziegelöfen

Im Katalog von 1886 zeigt Decauville ausgedehnte Gleisanlagen mit Weichen und Drehscheiben. Am rechten Bildrand sind zwei Kalköfen, im Hintergrund ein Ziegelofen zu erkennen.
Bildquelle: Édition Amatteis, "Decauville ce nom qui fit le tour du monde"

Für die im Jahre 1875 gegründete "Société Francaise du tunnel sous la Manche" konzipierte Decauville die doppelgleisige Materialbahn mit 400 mm Spurweite.  Man stelle sich den Eisenbahnbetrieb unter dem Kanal auf 15 inch/ 400 mm vor.

Sir Arthur Heywood meets Paul Decauville!! Das wäre ein Modulthema!!