Kastenlokkers hervorgelokkte Vorbilder

Kastendampfloks

Volldampf im Vilser Holz - die "Plettenberg" beim DEV                                    Foto: Schienenbus/BBF

am SchiffsanlegerChiemseebahn/DE,  Krauss-Lok von 1887                                                                Foto:  Kylchap/BBF, August 2009

 

 

 

 

Überblick 


Über die interessante Spezies der Tramwayloks bzw. Kastendampfloks gibt es bisher nur eine wirklich umfassende Darstellung: die ausgezeichnete Zusammenstellung von Walter Hefti: TramwayLokomotiven, erschienen im Birkhäuser Verlag, Basel 1980; mit vielen Typenzeichnungen  und alten Schwarz-Weiss-Abbildungen, meist alten Werkfotos.


Hefti, selbst Schweizer Eisenbahningenieur und Lokomotivbauer, zeichnet Idee, Entwicklung und Verbreitung der Dampf-Tramwayloks umfassend nach anhand ihrer Geschichte, länderweise geordnet nach den europäischen Entwicklern und Herstellerfirmen. Er zeigt, dass die Tramwaylok zunächst eine mehr oder weniger rein europäische Entwicklung war, die aber von hier aus in großer Formenvielfalt internationale Verbreitung erfuhr.


Zu Beginn seines Vorwortes schildert Hefti in knappem Bogen Idee, Entwicklung, Ausbreitung und Ende der Tramwayloks:  „Am Anfang der 70er Jahre des (vor)letzten Jahrhunderts scheinen die Ideen zum Bau von Dampf-Straßenbahnlokomotiven richtig ´in der Luft gelegen´ zu haben. Als im Jahre 1876 in Paris die erste Dampf-Straßenbahnlinie mit Lokomotiven englischer Herkunft den Betrieb aufnahm, wurde dieses Ereignis von der Bevölkerung als Zeichen des Fortschritts bestaunt und umjubelt. Schon ein Jahr später waren es aber ein halbes Dutzend Konstrukteure, welche ebenfalls mit solchen Maschinen aufwarten konnten und welche in anderen Städten mit mehr oder weniger Erfolg ihren Dienst aufnahmen. Waren dies am Anfang kleine, leichte und mit Kinderkrankheiten behaftete Maschinen, setzte doch sehr rasch eine stürmische Entwicklung ein, in welcher die Konstruktionen verbessert, neue Ideen verwirklicht und immer leistungsfähigere Straßenbahnlokomotiven gebaut wurden. Diese Entwicklung erreichte Ende der 90er Jahre einen Höhepunkt und erhielt mit der Einführung der elektrischen Traktion einen schweren Konkurrenten, der sie auf Nebenlinien verwies, um dort ein kümmerliches Leben zu fristen, das mit dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs zum Abschluss kommen sollte. Was einmal umjubelt, später als nützliche Einrichtung gelobt, später geduldet wurde, kam mit dem Aufkommen des Automobils und der Überlandbusse immer mehr in den Verruf, auf den Straßen ein richtiges Verkehrshindernis zu sein, dessen Behebung ein Gebot der Zeit zu sein schien.“ (Hefti, S. 5)

 

 

Paris/F, eine der ersten Dampf-Tramwayloks, Merryweather/Harding 1875        Quelle: www.amtuir.org/index.htm

für Kassel/DE, um 1880, Zug für die Casseler Tramway Ges. mit Merryweather-Lok     Quelle: www.drehscheibe-online.de

  frühe Tramlok von SLM/Winterthur für die Hamburger Straßenbahn                                             Quelle: drehscheibe-online.de

 

Straßburger Straßenbahn,  B-Kuppler von SLM/Winterthur

 

 

 

Von der Pferdetraktion zur Tramwaylok 

 


Versailles/F, Les Tramways Versaillais, Pferdetram (omnibus cheval) 1892          

Quelle:  http://monversailles.over-blog.com/photo-1150525-postel-cote-bethune_jpg.html


London horse tram, 1861

 

Eine kleine besondere Pferdetram: Tramway Bellavista am Monte Generoso/CH, eine Hotel-Zubringerbahn an der Monte-Generoso-Bergbahn

 

Dort, wo bereits Pferdebahnen bestanden, lösten etwa ab 1880 vielerorts leichte Tramwayloks die Pferdetraktion ab. Oder es wurden neue leichte Schmalspurbahnen im Straßenplanum der Ortsdurchfahrten verlegt, die mit verhältnismäßig  geringem Aufwand zu errichten waren. Der leichte Gleisoberbau und die oft sehr enge Kurvenführung erforderte leichte kleine Maschinen. Die typische Tramwaylok der frühen Zeit wie auch in späteren Jahren war dementsprechend der  B-Kuppler. Es gab allerdings auch eine gewisse Anzahl C-Kuppler, etwa in der Schweiz die sehr ausgereiften Maschinen von SLM; und in Belgien später sogar wuchtige D-Kuppler (auf dem dortigen ausgedehnten Vizinalbahnnetz), die aber lokale Ausnahmen blieben.

 

Port-Marly/F (Tramways du Nord), ein früher B-Kuppler von SLM, ca. 1879             Quelle: www.amtuir.org/index.htm


Paris, Place de Médicis, 1895 (Hersteller der Maschine unklar/evtl. SLM)

 

 

 

Auffällige Merkmale

 

Mit ihrem Kastenaufbau glichen sich die Loks den Wagenformen an. Mit ihrem wettergeschützten Rundum-Kesselumlauf und ihren einfachen Bedienungselementen erlaubten diese kleinen Maschinen meist einen kostengünstigen Betrieb mit nur einem Mann, der Lokführer und Heizer in einer Person war.

Das Triebwerk dieser Loks (Zylinder, Trieb- und Steuergestänge, Räder) war in der Anfangszeit meist ringsum (zusammen mit Stirn und Heck) tief herab verkleidet. Dafür werden verschiedene Gründe angeführt wie z.B. Unfallschutz, Staubschutz, Schutz vor Sandflug (bei den Küsten- und Inselbahnen), „Schreck-Schutz“ (man meinte etwa, die Pferde der Pferdefuhrwerke würden sich dann weniger erschrecken vor den stampfenden Ungetümen). Später wurden diese Verkleidungen meist wieder demontiert oder erst gar keine mehr angebracht, weil so die Wartung der Triebwerks-Teile wesentlich einfacher war.  - Oft gab es im innerstädtischen Verkehr auch die Auflage, Abdampf und Auspuffschlag möglichst zu minimieren bzw. ganz zu unterbinden, weshalb die Loks dann mit meist auf dem Dach installierten, z.T. sehr aufwändigen Kondensator-Einrichtungen versehen wurden. Auch diese wurden später meist wieder aufgegeben und ausgebaut, u.a. weil sie die Gesamtleistung der Loks merklich herabsetzten.


Ihre ursprüngliche Verbreitung und Formenvielfalt war  beachtlich. Hefti gibt an, dass ab 1876 in Europa etwa 6500 solcher Straßenbahn-Dampfloks in Dienst gestellt wurden. 

 

 

 

 

Frühe Beispiele

 


Krauss-Tramlok, F.Nr.570 von 1878, Berlin (rundherum verglast und Triebwerkverkleidung abgenommen)

Krauss-Tramlok, F.Nr.775 von 1879, Bremen (mit Balkenpuffer-ähnlichen Stoßvorrichtungren)

Krauss-Tramlok, F.Nr.574 von 1878  (mit überlangem Kamin für Doppelstockwagen-Traktion)

unten: eine weitere frühe Krauss-Tramlok, um 1880

 

(frühe Bildbeispiele anderer Hersteller folgen noch)

 

 

 

Auffällige Sonderformen - einige eigenwillige Beispiele:


"Stupsnase" aus Wien: Lok Nr.30 der Wiener Dampftramway-Ges., Krauss/Linz 4142/1899 - die Rauchkammer bleibt hier außerhalb des Kastens

 

 

"Lockenwickler" aus Leeds: Kitson-Tramlok mit aufwändiger Abdampf-Kondenser-Röhrenanordnung auf dem Dach

 

alt-ehrwürdig vornehm: Merryweather-Lok von 1881 mit edlem holzbeplankten Kessel:

RSTM Nr.2, Nederlandse Spoorweg Museum Utrecht

 

hölzern-rustikal: Kastenlok der kurzen normalspurigen Wisbech & Upwell Tramway/UK (Cambridgeshire) mit typischem Holzkasten-Aufbau, tiefer Rundum-Verkleidung und Kuhfängern.  Die W & U besass 10 Exemplare dieser Loks, die ersten (0-4-0) von 1883, weitere (0-6-0) von 1903               http://www.youtube.com/watch?v=SEz9xE_4mNg&feature=player_embedded

 

eine belgische "Taucherbrille" mit  charakteristischem vorgesetzten Frontfenster-Erker: SNCV 1075, ein C-Kuppler von Grand Hornu 1920  (weitere  Beispiele dieses Typs folgen weiter unten im Abschlußteil)

 

englische "Badewanne",  Stehkessel-beheizt, in schlichter Eleganz ringsum verkleidet, fast "oben ohne" 

mit nur leichtem Dach: eine Beyer-Peacock von 1885, für Sydney/AU, jetzt im Crich Tramway Village, Derbyshire 

(National Tramway Museum/UK)

 

formschöne Kitson Tramlok aus Leeds/UK von 1887, für Cartago/Costa Rica                            Werkfoto

 

frühe "Holzkiste": Lok für Recife/Brasilien, Manning&Wardle, Leeds 1870 - mit offenen Triebwerksseiten - dafür mit Kuhfängern an den Stirnseiten                                                                               Werkfoto

 

San Francisco & Northwestern, Nebenlinie der Santa Fe, selbstkonstruiertes Drehgestell-Gefährt (vermutlich mit Dampf-Getriebe-Antrieb). Nicht mehr nur Lok, eher bereits Triebwagen, aber noch immer ein Dampfkasten!

Quelle:  http://sunnyfortuna.com/railroad/nwppics3.htm


 

 

 

Einsatzbereiche und besondere Bahnen


Neben ihrem vielfältigen Einsatz im Straßenbahnbetrieb größerer Städte kamen die Tramwayloks auch auf vielen kleinen Vorort- und Überlandbahnen oder auch im Werksverkehr zum Einsatz. Dort überlebten sie später noch am ehesten die rasch sich verbreitende Elektrifizierung.

Als Beispiele aus Deutschland wären hier etwa zu nennen die Plettenberger Kleinbahn im Sauerland (mit interessantem intensiven Rollbock/Rollwagen-Werksverkehr und öffentlichem Personenverkehr), die bis in die 1960er Jahre überlebte. - Ein absolutes Unikum, das bis heute überlebt, stellt die Chiemseebahn dar (dazu später mehr, s.u.). - Viele Bahnen mussten früher ihren Betrieb aufgeben, wie etwa die Hohenlimburger Kleinbahn oder die Kreis Altenaer Eisenbahn, die im  Betrieb  der Plettenberger KB ähnelten. Oder etwa im Norden die Rendsburger und die Flensburger Kreisbahn oder die Kleinbahn Niebüll-Dagebüll (mit schönen Maschinen von A.Jung). Oder etwa die Dampfstraßenbahn Eltville-Schlangenbad bei Wiesbaden, die als Bäderbahn vorwiegend Personenverkehr durchführte. Oder auch die Dampfzüge der Dürener Straßenbahn. Oder etwa die Forster Stadteisenbahn im Osten Deutschlands, ebenfalls mit Rollwagen-Werksverkehr und schönen Maschinen von Krauss. Oder die Walhallabahn Regensburg-Donaustauf-Wörth, die zeitweise sowohl ausgedehnten Personen- wie Güterverkehr betrieb. 

im Rollbockverkehr durch die Straßen der Stadt

Forster Stadt-Eisenbahn/DE,  Krauss-Lok im Rollbockverkehr (ca. 1890)                          Abb. auf einem Plakat

Forster Stadt-EB/DE, Loks 1, 36, 2 (Krauss), Juli 1965                                       Quelle: http://www.schwarze-jule.de/fotos.html

 

oben: Straßburger Straßenbahn, Lok Nr. 3, ein B-Kuppler von Krauss

oben: Lok Nr.2 der Walhallabahn (LAG Regensburg-Donaustauf), Krauss F.Nr.1817 von 1888

unten: Lok der Chiemseebahn, Krauss F.Nr. 1813 von 1887  (Foto vermutlich um 1950)

 

man beachte die Dachkondenser

oben: Dürener Strb/DE, Nr. 11 "Lamersdorf", Henschel 1907                   Quelle (beide Fotos): http://www.drehscheibe-foren.de

unten: Dürener StrB/DE, Nr. 13 "Vilvenich", Henschel 1912, 1952 verkauft an Papierfabrik Schoeller/Düren

 

DEV Bruchhausen-Vilsen/DE, "Plettenberg" (ex PKB), Henschel 1927 Foto: squirrel4711/BBF

oben: "Plettenberg" und Oldtimer - die gute alte Zeit - DEV Bruchhausen-Vilsen, 12.9.2009   Foto: Schienenbus/BBF


werksanschluß Fa. Graewe & Kaiser

Oben: Typischer Werksanschluß der Plettenberger Kleinbahn/PKB (Fa. Graewe & Kaiser)                                          

Quelle:  http://www.plbg.de/lexikon/firmen/pkb/pkb3.htm

Unten: PKB, Lok 3 mit Normalspur-G-Wagen auf Rollwagen                                              Fotos:  L.G.Marshall, 1958

Diese Lok Nr. 3" (Baujahr 1927) ist als einzige der 6 Henschel-Heissdampfloks der PKB erhalten geblieben: 1968 verkauft an den DEV, dort aufwändig restauriert und 1990 unter dem Namen "Plettenberg" als Museumsbahnlok beim DEV in Bruchhausen-Vilsen wieder in Betrieb genommen. - Die 6 mehr oder weniger baugleichen Henschel-Loks der PKB (Baujahre 1913-1927) waren moderne leistungsfähige Heissdampfloks, ausgestattet mit Überhitzer (System Schmidt), mit ihrem engen Radstand für enge Kurven bestens geeignet. Die Nr. 5" von 1913 war seinerzeit die erste Heissdampf-Trambahnlok in Deutschland.

 

 

Weitere Verbreitung 


Es könnten etliche weitere Tramway-Bahnen genannt werden, auch aus dem Ausland, etwa aus England, Holland, Belgien und Luxemburg, wo die Kastendampfloks große Verbreitung und eine besondere Typenausbildung und Vielfalt erfuhren. - Aber auch die Schweiz (Bern, Basel, Neuchâtel, Genf), Österreich(Wien, Salzburg), Tschechien (Prag, Brünn) und Ungarn (Budapest) wären zu nennen, ebenso Italien mit mehreren Städten und Überlandbahnen, und neben Frankreich auch Spanien und Portugal, und im Osten Polen (Warschau) und Rußland (Moskau). - Selbst in Übersee fanden sie Verbreitung, so etwa in Brasilien (Recife) oder Neuseeland, sowie in Indonesien, z.B. in den sogenannten ostindischen Kolonien Hollands (Sumatra, Java usw.).

 

 

 

 

Ausrangiert - oder weitere Verwendung? 


Auf viele der schönen Kastendampfloks wartete nach der Streckenstilllegung alsbald die Verschrottung. Manche entkamen diesem Schicksal vorerst und konnten weiterverkauft werden, leisteten noch einige Zeit Werksbahn-Dienste, bevor auch für sie das Ende kam. Einige Schweizer SLM-Maschinen gingen um 1915 an die österreichische Armee zum Einsatz an der Südtiroler Italienfront. Einige wenige weitere fanden begehrten Einsatz beim Bau neuer Strecken, also im Baudienst.  - So z.B. die G 3 "Salève" der GV (Genève-Veyrier) von 1887, die 1911 bei der GV ausrangiert zunächst bis 1915 beim Bau von Nebenbahnstrecken eingesetzt wurde, dann bis 1923 beim Bau der Centovallibahn im Tessin Dienst leistete und anschließend noch 1924 der benachbarten Maggiatalbahn im Streckendienst aushalf, als diese ihr Stromsystem umstellte. - Oder die 1894 von Jung gebaute und 1901 nach der Elektrifizierung ausrangierte Zahnrad-Kastendampflok G 4 "Colombier" der NCB (Neuchâtel-Cortaillod-Boudry), die zum Bau der CEG verwendet wurde (Chemin de fer Electrique de la Gruyère, später =MOB) und dort bis 1929 als Reservelok vorgehalten wurde. 1908 wurde sie von dort für den Bau der Schmalspurbahn Monthey-Champéry ausgeliehen, die Zahnstangenabschnitte besitzt. - Drei weitere Loks der NCB gingen 1903 zum Bahnbau nach Syrien.  = Diese erwähnten Beispiele blieben einzelne Ausnahmen mit besonderem Verlauf!

 

G 3 "Salève" der GV in Pontebrolla/Centovalli-Maggiatabahn      Foto: Slg. Samuel Maurer -  http://www.valmaggina.ch/


Einige der ausrangierten Kastenloks wurden von Großbetrieben bzw. Werksbahnen zu Dampfspeichern bzw. Dampfspeicherloks umgebaut und fristeten so derart verunstaltet und hässlich ihre letzten Tage:

Kastenlok "RUR"  der Aachener Straßenbahn, 1942 verkauft an die Papierfabrik Schoeller/Düren, dort umgebaut zur Dampfspeicherlok. Heute abgestellt in Schierwaldenrath/Selfkantbahn.

 

Zur Rangier-Ellok umgebaute frühere Tramlok der OSM (Ooster Stoomtram Maatschappij) Amersfoort-Zeist-Arnhem,

ursprünglich Backer & Rueb/Breda, um 1899. 1938 umgebaut (zwei Elektromotoren), nach schwerer Kriegsbeschädigung im Mai 1940 wieder aufgebaut, in Dienst als Nr. 49 bis 1949.

Umkehrung der Verhältnisse: elektrifizierte Tramwaylok vor entelektrifiziertem Triebwagen als Personenwagen. OSM/NBM Nr. 50, 1949 verkauft an die OEG (dort nochmals komplett umgebaut zur Rangier-Ellok)                      Foto: bpw/BBF

 

Vergleichbar erging es zwischenzeitlich dieser Budapester Maschine (Lok Nr.5 der Budapester Lokalbahn, Bj. 1888/Budapest, jetzt Museumstramway Mariazell/AT bzw. Historama Ferlach/AT - davon weitere Fotos weiter unten). Sie wurde - seit 1913 in österreichischem Werksbahndienst - 1950 auf diesel-elektrische Traktion umgebaut , und 2001 dann wieder ganz zurück auf Dampfbetrieb für die Museumsbahn. Im  Gegensatz zu den beiden holländischen Maschinen ist sie durch den zweimaligen Umbau als restaurierte Dampflok erhalten geblieben. - Zu ihrer Werksbahngeschichte siehe kurzer Text und Abb. hier:

http://www.salzkammergutbahn.net/start/index.php?id=117


Oben: ein Beispiel aus Neuseeland: bush tram mit Merryweather-Lok im harten Waldbahneinsatz, ca. 1900      

 

Unten: weiteres drastisches Beispiel aus New South Wales/Australien: Rückbau und Demontage des Kastens und Weiterverwendung im Logging-Einsatz als abenteuerliches Arbeitstier:

Bildquelle:  http://www.jehubbard.com/hobbies/steam_dummies.htm

 

 


"Überlebende" oder: Gerettet!

Leider haben von den mehreren Tausend Exemplaren nur ganz wenige Kastendampfloks als Museumsloks überlebt. Nur etwa ein Dutzend davon ist betriebsfähig wie etwa die schöne Lok „Plettenberg“ der PKB (eine Heißdampflok von Henschel von 1927) im Museumsbahnbetrieb des DEV in Bruchhausen-Vilsen/DE oder die bereits mehr als 120 Jahre alte Chiemseebahn-Lok. Oder etwa das Berner Dampftram mit seiner neu aufgearbeiteten Lok Nr. 12 (die baugleiche betriebsfähige Schwesterlok Nr. 18 steht im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern). Auf der Museumsbahn Blonay-Chamby/CH fährt noch die alte Krauss-Lok 4278 Nr. 4 von 1900, ein kleiner B-Kuppler, der ursprünglich in Italien im Einsatz war. In Holland fahren noch zwei schöne Exemplare auf der Museumstoomtram Hoorn-Medemblik (nördlich von Amsterdam am Ijsselmeer), die "Ooievaar" (eine Backer&Rueb/Breda von 1904) und die "Leeghwater" (eine Henschel von 1921/Fotos weiter unten). In Frankreich läuft noch ein schönes Exemplar der Tramway de la Sarthe (eine Blanc-Misseron von 1898), und in Belgien sind noch 2-3(?) typisch belgische (schwerere) Kastenloks betriebsbereit. In Österreich auf der Museumstramway Mariazell-Erlaufsee ist noch weiterhin die Nr.8 "Hellbrunn" der Salzburger Localbahn im Einsatz (Krauss/Linz 1902) sowie (als Dampflok seit 2001 wieder reaktiviert) die Lok Nr.5 der Budapester Lokalbahn (Budapest 1888), und in Brünn/Tschechien ein schöner Krauss-C-Kuppler von 1899 als Museumstram. - Im fernen Neuseeland dampfen noch zwei prachtvolle Exemplare, eine Kitson von 1881 (=wohl die älteste erhaltene fahrtüchtige Kastendampflok) und eine Baldwin-Satteltank-Tramlok von 1891 (Fotos weiter unten). In Sydney/Australien ist eine weitere baugleiche Baldwin-Lok fahrbereit erhalten.  Blonay/Chamby/CH (Museumsbahn), G 2/2 Nr. 4, Ferrara-Codigoro/später Rimini-Novafeltria, Krauss 1900 Fotos: Dampfadi/BBF

Ganz ähnlich dürften auch die beiden ersten Loks der Walhallabahn (Regensburg-Donaustauf) ausgesehen haben ( Krauss 1889).

eine ausgesprochen schöne Komposition! Zusammen mit dem edlen alten Holzabteilwagen (mit Steuerstand! ex Zahnradbahn Aigle-Leysin) eine ausgesprochen schöne Kombination! - Die Lok hat bereits einen Ersatzkessel und kann seitdem leider nicht mehr seitlich befeuert werden. Deshalb jetzt auch der offene Heizerbalkon auf der Heckseite (s.o.)  -  unten: Werkfoto/Krauss 1900 (hier mit urspr. seitlichem Steuerstand)

 

Museumsbahn Blonay/Chamby/CH, G 2/4 Nr. 7 der TM (Tramways de Mulhouse), SLM 1882 (nicht fahrbereit)

 

Die schöne Henschel-Lok der OEG von 1891 mit der Betriebs-Nr. 102 ist leider nicht mehr fahrtüchtig und ist auch derzeit leider nicht mehr zu besichtigen. Am Oberrhein verkehrte sie u.a. auf der OEG-Linie Mannheim-Heidelberg (sie ist das Vorbild des bekannten LGB-Modells). Im Schmalspur-Museum in Valkenburg/NL steht noch eine ähnliche jüngere Henschel-Schwesterlok (GTW 607 von 1904, auf 750mm-Spur / siehe weiter unten und:   http://www.smalspoormuseum.nl/Materieel/Stoomlocs/stloc607.htm ).  

Mannheim/DE, Landesmuseum für Arbeit und Technik, OEG 102, Henschel 1891                                           Fotos: Rudolf/BBF

Jubiläumszug der OEG mit Lok Nr. 102   (um 1960)

 

Kassel-Wilhelmshöhe/DE, 1880, Henschel-Lok mit Zug der Casseler Tramway Ges.             Eine ältere Verwandte der OEG 102. Quelle: www.drehscheibe-online.de

 

Zu "Ehren" der  OEG 102 (Vorbild des bekannten LGB-Modells) sollen einige alte Archivbilder ihrer Schwesterloks von der OEG folgen (Quelle: www.drehscheibe-online.de )

  OEG, Henschel-Lok Nr. 80 in Weinheim, 1951

  OEG, Personenzug mit für Kastenloks außergewöhnlicher Doppelbespannung

  OEG, gemischter Zug in der reizvollen Ortsdurchfahrt von Großensachsen,, in den 1930er Jahren

  OEG, Lok Nr. 77 in Heidelberg, um 1925

  OEG, Lok Nr. 80, Henschel 1890, 1951 in Weinheim

 

Valkenburg/NL, GTW 607 "Vrijland", Henschel 1904, 750mm-Spur - eine baugleiche etwas jüngere Verwandte der OEG 102

Diese Lok wurde auf der 750mm-Linie Zutphen-Emmerich (ZE) der Geldersche Stoomtram vorwiegend im Güterzugdienst eingesetzt. Die ZE (später = GTW) besaß mehrere Henschel-Maschinen dieses Typs. Die baugleiche GTW 603 befindet sich heute im Henschel-Werksmuseum in Kassel. Beide erhaltene Loks sind leider nicht mehr fahrtüchtig.  

Foto:   http://www.smalspoormuseum.nl/Materieel/Stoomlocs/stloc607.htm

Die GTW 607 im Güterzugdienst auf ihrer 750mm-Stammlinie Zutphen-Emmerich

Quelle:  http://www.youtube.com/watch?v=UMQzXP-2A3o


Valkenburg/NL, GTW 13 "Silvolde", Backer & Rueb/Breda 1900, 750mm-Spur (leider ebenfalls nicht mehr fahrbereit)                Foto:  http://www.smalspoormuseum.nl/Materieel/Stoomlocs/stloc13.htm


Personenzug der 1067mm-Linie der BSM (Betuwsche Stoomtram M´ij.). - Ganz ähnlich (allerdings auf 750mm-Spur laufend) der Jubiläumszug der ZE (Zutphen-Emmerich) mit Gtw 13 "Silvolde" (s. unten folgender Link/Video).

Die letzte Fahrt der "Silvolde" im Sommer 1957 mit  oben sichtbarer kurzer Personenzug-Garnitur zeigt dieser nette kleine Film:

http://www.youtube.com/watch?v=JaAm-IbgC_g&feature=related

 


Blick nach Osten

Im Verkehrsmuseum der Stadt Prag kann man eine weitere Krauss-Kastenlok besichtigen (Fabr. Nr. 1878). In Brno(Brünn)/CZ ist noch ein fahrtüchtiger C-Kuppler von Krauss aus dem Jahr 1899 erhalten, der für Museumsfahrten im Straßenbahnverkehr eingesetzt wird. -  In Mariazell/AT fährt noch die Lok „Hellbrunn“ (ein B-Kuppler von Krauss) im Museumsbetrieb von Mariazell nach Erlaufsee. Dort zu besichtigen ist auch noch die Lok 8 der Wiener Dampftramway-Gesellschaft Krauss & Comp., und in Wien ist dazu noch die Schwesterlok Nr. 11 vorhanden. - In Budapest ist noch mindestens eine alte ungarische Kastenlok im Museum abgestellt zu finden. 

 


Technik-Museum Prag/CZ, Krauss 1887, F.-Nr. 1879, Normalspur, urspr. Salzburger Lokalbahn  Foto: Andreas Borrmann/BBF

  Krauss-Lok Nr. 11 von 1884 der Wiener Dampftramway-Gesellschaft, jetzt im Straßenbahn-Museum Wien/AT

Foto: Kreuzkopf/BBF

Museumstramway Mariazell/AT, Lok Nr. 8 "Hellbrunn" der Salzburger Localbahn, Krauss/Linz 1902                                      Foto: Kreuzkopf/BBF

Lok Nr.5 der Budapester Lokalbahn, gebaut in Budapest 1888, jetzt Museumstramway Mariazell/AT.  Nach  zwischenzeitlicher   Werksbahn-Umnutzung (zuletzt Elektrodenwerk Steeg/Salzkammergut) und Umbau 1950 auf diesel-elektrische Traktion > in 2001 wieder Rückumbau zur betriebsfähigen Dampflok im Museumsbahnbetrieb (!)  -  Fotos: August 2007,  Quelle: 

http://www.bahnforum.info/index.php?ind=reviews&op=entry_view&iden=77

 

Brno/Brünn/CZ 2006, Lok "Caroline", ein C-Kuppler von Krauss/Linz, F.Nr. 2165 von 1899          Quelle: Wikimedia Commons

unten: altes Foto der Brünner Lok "Caroline" mit komplett rundum verfenstertem Kastengehäuse

 

Pause?

Kurzer offizieller Filmbericht zur Lok aus Brünn:      http://www.youtube.com/watch?v=y7VMdXjanhQ&NR=1

 

 

 

Es folgen noch einige herausragende Beispiele von Museumsbahnen mit erhaltenen fahrbereiten Kastendampfloks und interessantem Betrieb:

 

 

Christchurch/NZ

Ganz beachtlich ist, dass in Christchurch/Neuseeland eine sehr alte englische Kitson-Tramwaylok von 1881 samt Wagen erhalten geblieben und noch fahrtüchtig ist, nach wie vor  im Einsatz, ausgehend vom Museumsbahngelände Ferrymead. 

Siehe:  http://geocities.com/tramwaynz/steam/steam.html   (Link leider inaktiv z.Zt.)

Damit dürfte sie die älteste fahrbereite Kastendampflok weltweit sein,  noch 6 Jahre älter als die brave alte Lok der Chiemseebahn.

  Christchurch/NZ,  Kitson-Lok von 1881    Quelle (für oben+unten): http://geocities.com/tramwaynz/steam/steam.html 


 Foto: D.J. Maciulaitis , Quelle: www.maciulaitis.com

http://www.youtube.com/watch?v=1YtqyV6Vi9w

 

 

Museumstoomtram Hoorn-Medemblik/NL

Die  ca. 25 km lange Museumstoomtram, eine normalspurige Überland-Kleinbahn, ca. 40  km nördlich von Amsterdam gelegen, verbindet in typisch holländischer Polderlandschaft und stimmiger Kleinbahn-Romantik die beiden sehenswerten historischen Fischerstädtchen Hoorn (am Markermeer) und Medemblik (am Ijsselmeer).

http://www.flickr.com/photos/40380264%40N08/sets/72157622905984866/show/

Neben einigen Tenderlokomotiven sind auf der Museumstoomtram die beiden restaurierten normalspurigen Kastendampfloks "Ooievaar" der HTM (Haagsche Tramweg Maatschappij) und "Leeghwater" der GS (Gooische Stoomtram =Amsterdam-Hilversum) beheimatet und versehen dort von April bis September täglich regelmäßigen Streckendienst.

Museumstoomtram Hoorn-Medemblik/NL, Lok 8 "Ooievaar" der HTM, Backer&Rueb/Breda 1904, Normalspur   (ooievaar=Adebar=Storch)                                                                                                      Quelle:  www.museumstoomtram.nl

Aufnahme der "Ooievaar" in Rotterdam 1989 aus Anlass des 125. Jubiläum der HTM (Haagsche Tramwegen), vor ihrer Einstellung in Hoorn, wo sie 2001-2006 gründlich und hervorragend restauriert wurde.  

über Land auf dem Deich

Hoorn-Medemblik, kurzer Personenzug mit Lok 18 "Leeghwater" der GS, einer normalspurigen Henschel von 1921 - dem sogenannten "Gooische Mordenaar" (wegen mehrerer schwerer vormaliger Unfälle auf der Gooischen Stoomtram)

 

 

 

 

Das Berner Dampftram

In der Schweiz hat man in Bern während der Sommermonate Gelegenheit, die alte in den Jahren 1995-2002 hervorragend neu aufgearbeitete Dampftramwaylok Nr. 12 zu erleben, mit (ebenfalls neu aufgearbeitetem) historischem Wagen, im Museums-Sonderfahrten-Betrieb durch die Straßen der Altstadt. Die Nr. 12, gebaut 1894 (wie auch die Schwesterlok Nr. 18) von SLM in Winterthur, ist ein typisches Beispiel der von Charles Brown entwickelten formschönen C-Kuppler mit hochliegenden Zylindern und charakteristischem Hebelarm-Triebwerk. Die über der Mittelachse im Kastenaufbau liegenden Zylinder ermöglichen die Verwendung einer sehr einfachen direkten Steuerung. Diese vereinfachte auch die Einrichtung zweier Steuerstände, also an jeder Stirn, der besseren Übersicht wegen, und typisch für alle von Ch. Brown entwickelten Tramwayloks. - Das Umland von Bern und besonders von Genf verfügte ursprünglich ebenso über ein ausgedehntes Netz von Überland-Dampftrams, ausgestattet mit baugleichen C-Kupplern von SLM. - Neuchâtel betrieb als eine Besonderheit wegen einer kurzen innerstädtischen mit Zahnstange ausgerüsteten Steilstrecke drei Tramwayloks mit direkt-gekuppeltem Zahnrad-Antrieb (zwei davon gebaut von Krauss, eine von Jung; ähnliche Zahnrad-Kastendampfloks gab es u.a. auch in Neapel).


Berner Dampftram/CH, G 3/3, BTG No. 12, SLM Winterthur 1894               

Fotos: P. Walter (ganz oben+ganz unten) und Hp. Teutschmann (beide mittlere)     Quelle : www.bahnbilder.de  


 

 

 

 

Die Chiemseebahn

Ein Unikum ganz besonderer Art stellt wie schon erwähnt die Chiemseebahn dar, und zwar wirklich einzigartig: als einzige seit ihrer Erbauung 1887 bis heute ununterbrochen fahrplanmäßig öffentlich   verkehrende (Dampftram-)Bahn - eben nicht Museumsbahn! Das allein ist schon legendär, und deshalb verdient sie einige besondere Bemerkungen.

122 Jahre alt, schaukelt sie wie eh und je gemütlich mit ihrer 122 Jahre alten Kastenlok und ihren ebenso alten Wagen auf ihrer knapp 2km langen Strecke zwischen dem alten Staatsbahnhof Prien (DB) und dem Schiffsanleger in Prien-Stock hin und her und schafft es so, ihre Fahrgäste binnen Minuten in eine andere Zeit zurückzuversetzen.

Die Chiemseebahn verdankt ihr Entstehen (und Überleben bis heute) eigentlich dem bayrischen Märchenkönig Ludwig II., der kurz zuvor auf der großen Chiemseeinsel gegenüber sein letztes Schloß (Herrenchiemsee) bauen ließ. Das Schloß konnte zwar erst nach seinem mysteriösen Tod fertiggestellt werden. Aber alsbald setzte ein stetig wachsender Besucherstrom ein, der vom Staatsbahnhof Prien zum Schiffsanleger befördert werden wollte und dem die Priener Pferdefuhrwerke bald nicht mehr Herr werden konnten. Der genialen Zusammenarbeit von Ludwig Feßler (Direktor der Chiemsee-Schifffahrts-Gesellschaft) und Georg Krauss (Direktor der Münchner Krauss-Maffei-Lokomotivfabrik) verdankt die Chiemseebahn schließlich ihre Idee und schnelle Verwirklichung (1885 konzipiert, im Sommer 1887 eröffnet).

 

Bis heute hat das Bähnchen nichts von seiner Attraktion und seinem Charme eingebüßt, die heute mehr denn je auf seiner Einmaligkeit und seiner über 120jährigen Geschichte beruhen.

Schaukelte das Bähnchen anfangs gemütlich durch offene Wiesen leicht bergab zum Schiffsanleger, ist es heute längst eine echte Straßenbahn geworden, die auf ganzer Strecke durch bebautes Gebiet führt. Dabei lässt es sich durchaus bergab wie bergauf leicht mit dem Fahrrad überholen.

Neben der alten Krauss-Kastendampflok ist auch der Fuhrpark mit den ebenso alten Wagen inclusive dem königlichen Salonwagen sehenswert, wie auch die simple Schiebebühne vor der Wagenremise, mit der die Wagen einzeln von Hand- und Muskelkraft verschoben und im Schuppen den Winter über abgestellt werden (auch dies genau wie vor 120 Jahren).

Leider existiert keiner der alten kohlegefeuerten Raddampfer mehr, bzw. der letzte erhaltene („Ludwig Feßler“) ist längst auf Dieselmaschinenantrieb umgebaut. Ebensowenig das auf einem besonderen Steg ins Wasser ragende Stumpfgleis, über das die Dampfer von der Seite per Kohlenwagen von der Bahn mit Brennstoff versorgt wurden. Dann wäre das Ensemble perfekt – aber im Modell ließe sich das anschaulich nachbauen und würde einen reizvollen Betrieb ergeben. In dem kleinen Bändchen von Markus Hehl: Die Chiemseebahn, EK-Verlag, findet man noch einige alte Fotos von dieser ursprünglichen Situation.

Eine Fotoserie aus der Betriebssaison 2008 der alten Lok findet sich hier:   

http://www.buntbahn.de/fotos/showgallery.php?cat=7792&ppuser=1800

 

beim Wasserfassen

Chiemseebahn-Lok beim Umsetzen und Wasserfassen                                          alle Fotos: Thomas/kastenlokker,  Sommer 2008

beim Wasserfassen

Hier kann man noch gemütlich schaukelnd vom Logenplatz der ersten Wagenbühne aus dem Lokführer über die Schulter gucken ...

      ... beim Warten auf den Abfahrtspfiff    -   oder beim Steuern durch die Wirren des modernen Autoblechs ...

      ... beim Pfeifen und Regeln             ... oder auch nur beim Fahrenlassen und Kontrollablesen         ... oder beim Einheizen ...

   

 

Einige typische Szenen der Chiemseebahn zeigt dieses Video:   

http://www.youtube.com/watch?v=1RnMLFwt8Lk&feature=related

 



Einige ausgewählte Literatur zum Thema Tramwayloks:


 

 

Walter Hefti:  TramwayLokomotiven.  Birkhäuser Verlag, Basel 1980

                         ISBN 3-7643-1159-2  (vergriffen, >> derzeit nur antiquarisch erhältlich)


Dieter Schopfer:  Das Dampftram in Bern und in der Schweiz. 

                         Verlag Endstation Ostring,  Sonderausgabe 1,  ISBN 3-9522545-0-9


Markus Hehl:  Die Chiemseebahn. Geschichte der Dampftrambahn Prien-Stock.

                          EK-Verlag, Freiburg 1997,  ISBN 3-88255-806-7


Josef Dollhofer:  Das Walhalla-Bockerl. Die Geschichte der Walhallabahn.

                          Buchverlag der Mittelbayerischen Zeitung, Regensburg 1972, 4. Aufl. 1995

                          ISBN 3-921114-30-6


Lothar Riedel:  Die schmalspurige Dampfstraßenbahn Eltville-Schlangenbad.

                          Eigenverlag Riedel, Mülheim/Ruhr 2002,  ISBN 3-8330-1029-0


Wolf Dietrich Groote;  Die Plettenberger Kleinbahn.

                          Verlag Kenning, Nordhorn 2002, ISBN 3-933613-56-6


Heinz-H. Schöning, Dirk W. Kupfer:  Die Flensburger Kreisbahnen. 

                          Verlag Kenning, Nordhorn 2004, ISBN 3-933613-70-1

 

H. de Herder, H.A. van Lith, A.J.J. Bink: Stoomtrams in het centrum van Nederland, Rotterdam 1973

                         (Trams en tramlijnen,  deel 18)


 

 


Liste verbliebener erhaltener Kastendampfloks


 

fahrbereit/ im Einsatz (Stand 2010):


Chiemseebahn, Prien/DE, „Laura“, Krauss 1887, 1000mm 

Berner Dampftram, Bern/CH, Nr. 12, SLM 1894, aufgearbeitet 1998-2005, 1000mm

Luzern/CH, Verkehrshaus der Schweiz, Nr. 18 der Berner TG, SLM 1894, 1000mm         

DEV Bruchhausen-Vilsen/DE, „Plettenberg“, Henschel  1927 (ex Plettenberger Kleinbahn), 1000mm

Museumsbahn Blonay-Chamby/CH, Nr. 4, Krauss 1900/F.-Nr. 4278  (urspr. Rimini/Italien), 1000mm

Hoorn-Medemblik/NL, Museumstoomtram, Lok Nr. 8 "Ooievaar" der HTM, Backer&Rueb/Breda 1904, Normalspur 

Hoorn-Medemblik/NL, Museumstoomtram, Lok Nr. 18 "Leeghwater" der GS, Henschel 1921, Normalspur 

Museumstramway Mariazell-Erlaufsee/AT, Nr. 8 „Hellbrunn“ der Salzburger Localbahn, Krauss/Linz 1902, Normalspur (2010 Revis. im AW Meiningen)

Museumstramway Mariazell-Erlaufsee/AT, Lok Nr. 5 der  Budapester Lokalbahn, Budapest 1888 (Normalspur)

Brünn/CZ, Nr. 10 „Caroline“ der Brünner Localbahn,  Krauss/Linz 1899/F.-Nr. 2165, Normalspur

Christchurch/NZ, Ferrymead Heritage Park, Nr. 7, Kitson/UK 1881

Wanagui/NZ, Nr. 100, Satteltank-Tramwaylok, Baldwin/US 1891 

Sydney/AU, Nr. 103A, Satteltank-Tramlok, Baldwin 1891, Valley Heights Locomotive Depot Heritage Museum

Butry-sur-Oise/F (Dep. Sarthe), MTVS, Lok 60 der Tramways de la Sarthe, Blanc-Misseron/Tubize 1898 

Schepdaal/BE, Lokalbahnmuseum der SNCV im alten Vizinalbahnhof (derzeit im Umbau) (...?)

Lobbes-Thuin/BE, Lokalbahnmuseum der ASVi (...?)

Treignes/BE, Musée ferroviaire (...?)


 

nicht mehr fahrtüchtig abgestellt:

 

Valkenburg/NL, Nationaal Smalspoormuseum, GTW „Silvolde“, Backer&Rueb/Breda 1900, 750mm

Valkenburg/NL, Nationaal Smalspoormuseum, GTW 607 "Vrijland", Henschel 1904, 750mm

Mannheim/DE,  Landesmuseum für Arbeit und Technik, OEG 102, Henschel 1891, 1000mm

Museumsbahn Blonay-Chamby/CH, G 2/4 Nr. 7, SLM

Mariazell/AT, Nr. 8 der Wiener TG, Krauss 1884, Normalspur

Wien/AT, Nr. 11 der Wiener TG, Krauss 1884, Normalspur

Prag/CZ, Technisches Museum der Stadt Prag, Krauss 1887, F.-Nr. 1879, Normalspur, urspr. Salzburger Lokalbahn

Budapest/HU, (mind. eine Kastenlok aus ungar. Fabrikation)

Mailand/IT, Museo Nazionale della Scienza e della Tecnologia, normalspurige B-gekuppelte Henschel-Lok "Trezzo" von 1908, Monza-Trezzo-Bergamo BC 34                                                       

Hull/UK, Museum of Transport, Kitson (die zweite der beiden erhaltenen)

Cultra/Nordirland, Ulster Folk & Transport Museum, BNCR Nr.2, Kitson Nr. T84 von 1883

Crich Tramway Village, Derbyshire/UK (National TramwayMuseum), Beyer-Peacock Stehkessel-Tramlok, 1885



weitere in England, Holland, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Italien, Tschechien, Ungarn ...                                       Indonesien, Neuseeland ...

 

 

 

Link-Liste
Eine Liste ausgewählter Links zu erwähnten Quellen und Standorten erhaltener Exemplare wird demnächst noch zusammengestellt.

Hier folgen noch einige weitere Bildbeispiele von erhaltenen und nicht erhaltenen Exemplaren.

Belfast & Northern Counties Ry., Nr.2, 0-4-0 Kitson Nr. T84 von 1883, seit 1954 im Ulster Folk & Transport Museum,
Cultra, Co. Down/Nordirland. - Eine baugleiche Schwestermaschine, die BNCR Nr.1 von 1882 (Kitson Nr. T56)
steht seit 1939 im Hull Museum of Transport/UK. - Die Verwandschaft mit der Kitson-Lok aus Christchurch/NZ (s.o.)
ist offensichtlich.

im Museum

Tramlok 4 der Budapester Straßen-Eisenbahn, Masch.Fabr. der k.k. priv. StaatsEB-Ges. Wien, 1886                

Foto: Christian         (Museum in Budapest)

 

 Mailand/IT, Museo Nazionale della Scienza e della Tecnologia, normalspurige B-gekuppelte Henschel-Lok "Trezzo" von 1908, Monza-Trezzo-Bergamo BC 34                                                       Foto: eXact Modellbau/BBF

 

 

Tramways de la Sarthe/F, Lok Nr. 60, 0-6-0, Blanc-Misseron 1898  (fahrbereit restauriert)                         Foto: steamystef/BBF

unten: unter Dampf bei der MTVS                                   Quelle:  http://www.trains-fr.org/mtvs/indexns.htm

Ein Glück, dass diese schöne alte französische Tramlok gerettet und fahrbereit hergerichtet werden konnte!

 

Es folgen noch einige typische Beispiele belgischer und französischer "Taucherbrillen":

Eine Bicabine der Tramway Touristique de l`Aisne, Südbelgien:  die SNCV 1075 von Grand Hornu 1920, im Depot Blier  

unten:  Führerstand der 1075 (ein 0-6-0  C-Kuppler) - Fotos: steamystef/BBF

ganz schön voll!

 

Tramway du Calvados/F,  0-6-0 bicabine von Blanc-Misseron (ca. 1900)                       Quelle: http://www.amtuir.org/index.htm

 

Bicabine (Blanc-Misseron?)

 

Belgien: alte Dampftramway-Zugkomposition, zur 100-Jahr-Feier der SNCV - eine Bicabine aus dem Museum der ASVi in Lobbes-Thuin                                            Quelle:  http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Steamtram_SNCV.jpg

 Das Museum der ASVi in Lobbes-Thuin/vormals im alten erhaltenen Vizinalbahnhof in Schepdaal (der z.Zt. renoviert wird) verdient ebenfalls der besonderen Beachtung. Die Anlagen des schönen alten Vizinalbahnhofs vermitteln Kleinbahn-Atmosphäre wie vor 100 Jahren. Und der Fahrzeugbestand kann sich ebenfalls sehen lassen (u.a. mind. zwei größere Bicabine-Tramloks, also C- oder D- Kuppler, dazu ganze Zugkompositionen). Die oben gezeigte Garnitur mit edel aufgearbeiteten Wagen ist ein Schmuckstück! Die Museumsbahn versteht sich z. Zt. mehr als rollendes Museum.

Unten: die Bicabine der ASVi mit historischem Zug im Vizinal-Museumsbahnhof Schepdaal/BE

   

 

 

 

 

 

Zum guten Schluß noch ein paar Exoten - nicht der Herkunft, sondern ihres Einsatzgebietes nach:

 

die bereits oben gezeigte Lok für Recife/Brasilien, Manning & Wardle, Leeds 1870      Quelle: http://www.tramz.com/br/re/re.html

mit offenen Triebwerksseiten - dafür mit Kuhfängern an den Stirnseiten

 

 Jakarta/Indonesien, Transportmuseum, Hohenzollern-Lok von 1897   Quelle: www.drehscheibe-online.de  Foto: Stefan Matthäus

abgestellt und nicht abgeholt ... Parimaribo/Surinam/Indonesien, abgestellte Borsig-Kastendampfloks                                                   Fotos: bpw/BBF, fot. 2006

  weitere Fotos:  http://www.internationalsteam.co.uk/trains/surinam1.htm

 

Wanagui/NZ, Nr.100 (ex Sydney/AU), fahrtüchtige Baldwin-Satteltank-Kastenlok von 1891                     Foto: D.J. Maciulaitis

Ein seltenes Exemplar eines nicht-europäischen Herstellers!

http://www.youtube.com/watch?v=uvE-LD4eW10&feature=related

dieselbe Baldwin Tramlok im Streckenbaueinsatz/NZ um ca. 1892-1900

Zu dieser schönen erhaltenen Satteltank-Kastenlok kann man sich diese interessante pdf-Info herunterladen:

http://www.infobluemountains.net.au/locodepot/tram/steam_scene_vol5_issue5.pdf

 

Zu dieser vormals in Sydney/AU stationierten Baldwin-Lok Nr. 100 gibt es in Sydney noch eine inzwischen neu aufgearbeitete Schwesterlok Nr. 103A (beheimatet im Valley Heights Locomotive Depot Heritage Museum):

http://www.infobluemountains.net.au/locodepot/tram/exhibits_tram103a.shtml

http://www.youtube.com/watch?v=zG0yffQaPZg

 

gerenderte Zeichnung einer B-gekuppelten Baldwin-Tramlok    

Bildquelle:   http://www.trainweb.org/bedt/BEDT.html

bzw.: http://members.trainweb.com/bedt/bedt/BEDTRosters.html

 

Brooklyn Terminal Railroads/NY, C-Kuppler von Baldwin, 1900  -  eine weitere dicke "Stupsnase", aber auch ein Beispiel für baldigen Rückbau zur gewöhnlichen Tenderlok, siehe:  http://members.trainweb.com/bedt/bedt/BEDT7.html


 Baldwin/Philadelphia/US war vermutlich der einzige außereuropäische Hersteller von Kastendampfloks - und mit einer weiteren Spezialität: der Ausführung als Satteltank-Tramwayloks

  Brooklyn/New York, Long Island Railroad, Baldwin-Satteltank-Kastenloks  

Quelle: http://arrts-arrchives.com/RAPIDTRANSIT.html

 

Neben Baldwin betätigte sich auch Porter als ein weiterer amerikanischer Hersteller von Tramwayloks. Man erkennt die Porter-Loks u.a. sofort an den leicht schräg stehenden Zylindern (bei Baldwin liegen diese horizontal unter dem Kastenrahmen). Dieses Exemplar wurde offenbar nach Japan exportiert:

Foto:  http://www.jehubbard.com/hobbies/steam_dummies.htm

 

 


Zum Schluß ...

... noch zwei typisch englische Kuriositäten: Vorn die "Flower of the Forest" der Ravenglass & Eskdale Railway, eine kleine 15``- Schmalspurbahn in Südengland. Die grüne Lok mit mittig angeordnetem Stehkessel wurde 1985 für einen englischen Dampfenthusiasten gebaut und fährt heute auf der R & E Ry. - Die braune dahinter stellt eine verkleinerte Nachbildung der Tramloks

der Wisbech & Upwell Tramway dar (vgl. weiter oben).     Foto/Cop. Colin Peake 2004

 

Und zu guter Letzt noch ein weiteres britisches Unikum: eine Lister Diesel von 1940, 1968-70 umgebaut auf Dampfbetrieb mit Stehkessel. Das Fahrzeug wiegt ca. 1,750 t / Standort: Blaenau Ffestiniog, Wales / Besitzer: R.P. Morris